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Schloss Selsø

Schloss Selsø ist eine Gruppe von schöne historischen Bauten aus der Zeit der dänischen Herrenhofkultur.

Schloss SelsøDie Geschichte von Schloss Selsø reicht bis ins Mittelalter zurück. Schon im 13. Jahrhundert gab es einen Hof namens Selsøgård, der 1288 zum ersten Mal erwähnt wird und damals zum Bischofssitz Roskilde gehörte. Der Bischofsitz besaß Selsø bis zur Reformation. Das Hauptgebäude, das bis heute existiert, wurde 1576 vom Reichsrat Jacob Ulfeldt im Renaissancestil erbaut, und 1734 von Chr. Ludvig Scheel von Plessen im barocken Stil umgebaut.

Nach dem Tod der letzten Bewohnerin Agathe von Qualen Plessen 1829 stand das Schloss leer. Das gesamte Inventar wurde damals versteigerte und der Schlüssel im Schloss umgedreht. Schloss Selsø fiel in einen Dornröschenschlaf, der fast 150 Jahre dauerte. Aber anders als im Märchen schlief das Schloss keinen Schönheitsschlaf, sondern verfiel im Laufe der Jahre so stark, dass die Gebäude zuletzt nur noch zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden konnten: Der Rittersaal wurde zum Kornspeicher, der Speisesaal zur Fasanerie, das Empfangszimmer zur Bienenzucht, die Hintertreppe zum Hühnerstall usw. Das alte und ehemals prachtvolle Schloss verwandelte sich buchstäblich in einen Schweinestall.

Die Rettung kam 1972, als das Journalisten- und Schriftstellerpaar Grethe und Bernhard Linder das alte, verfallene Schloss pachteten und eine gründliche Renovierung begannen. Dem Ehepaar ist es zu verdanken, dass Schloss Selsø heute wieder in altem Glanz erstrahlt, fast genau so wie es 1829 verlassen wurde – ohne Elektrizität, fließendes Wasser und Heizung.
 
Der RittersaalNatürlich hat ein so altes Schloss viele Geschichten – die Leute in der Gegend munkeln, dass es ein Spukschloss sei. Man erzählt z.B. von einer weißen Dame, die angeblich ihren Mann erschlagen habe, weil er sie regelmäßig betrog. Aber es gibt auch die wahre Geschichte von einer Frau, die viele Jahre lang tatsächlich in einem Zimmer auf Schloss Selsø eingesperrt war.

Die Geschichte von der eingesperrten Frau
Der Bauherr von Schloss Selsø starb 1593, und einer seiner drei Söhne, Mogens Ulfeldt, erbte das Schloss. Er kümmerte sich jedoch nicht übermäßig um das Schloss, da er große Lehensgüter verwaltete, u.a. Schloss Kronborg. Außerdem war als Reichsadmiral viel unterwegs, wenn auch nicht besonders erfolgreich in den Schlachten, an denen er teilnahm. Auch zuhause auf Schloss Selsø ging es nicht erfreulich zu. Er benutzte Selsø nämlich als Gefängnis für seine Frau Anne Munk. Was genau sie verbrochen hat, weiß man nicht. Es heißt lediglich, sie habe sich ”vergangen”. Ob es sich dabei wohl um eheliche Untreue handelte? Ehebruch wurde damals streng bestraft, jedenfalls bei Frauen.

Nach Mogens Ulfeldts Tod 1616 wohnten seine drei Söhne auf Selsø und befreiten die Mutter aus ihrer Gefangenschaft. Als Christian IV jedoch davon erfuhr, schrieb er einen Brief an die Söhne (im Schlossmuseum befindet eine Kopie dieses Briefs), in dem er die Lebensweise auf Selsø anprangert und den Söhnen rät, ins Ausland zu gehen, um dort eine anständige Ausbildung zu erhalten. Was der König jedoch besonders beklagt, ist die Freilassung der Mutter aus ihrem Gewahrsam, und er befiehlt, sie umgehend wieder einzusperren. So saß Anne Munk dann mehr als 12 Jahre lang in ihrem Gefängnis. Sie und ihr strenger Gemahl sind in der Kirche von Selsø verewigt. Die Altartafel von 1605 trägt u.a das Wappen der Ulfeldts und der Munks und die Initialen HMW - FAM (Hr. Mogens Ulfeldt - Fru Anne Munk).

Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen usw, finden Sie hier.

Schloss Selsø

Selsøvej 30A
4050 Skibby
Tlf. +45 47 52 01 71

Wissenswertes

Schloss Selsø (nur in Dänisch)

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